AB IN DEN WALD

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Akademie Günzlhofen am 15. Oktober

20.10.2016

Plant-for-the-Planet in Günzlhofen - Eine Idee pflanzt sich fort!

Botschafter für Klimagerechtigkeit pflanzen 28 Bäume für mehr Klimagerechtigkeit in Günzlhofen.

 

Am 15. Oktober 2016 fanden sich in der Montessorischule Schule Günzlhofen zahlreiche Kinder ein, um einen Tag ganz im Zeichen der Klimagerechtigkeit und des Umweltschutzes zu verbringen. Die Rede ist von der Plant-for-the-Planet Akademie, die dank des Engagements der Montessorischule Günzlhofen sowie durch die Unterstützung der Sparda-Bank München e.V. vergangenen Samstag in Günzlhofen ermöglicht werden konnte.

Im Rahmen der Klimaakademie befassten sich insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler aus Günzlhofen und Umgebung mit den großen Themenbereichen Klimakrise, Klimagerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Weltbürgertum. Im Fokus der Akademie stand die Auszeichnung der Kinder zu sogenannten Botschaftern für Klimagerechtigkeit. Botschafter für Klimagerechtigkeit sind nämlich jene Kinder, die sich aktiv für die globale Bekämpfung der Klimakrise einsetzen und Mitglied im Netzwerk von Plant-for-the-Planet sind. Um eben diesen besonderen Titel zu erlangen, hatten die Kinder einen spannenden und erlebnisreichen Tag mit Plant-for-the-Planet zu bestreiten.

Nach einer kurzen Begrüßung ging es für die Kinder endlich mit den konkreten Inhalten der Klimaakademie los. Mit gespitzten Ohren lauschten die Kinder den beiden bereits ausgebildeten Botschaftern für Klimagerechtigkeit Joschua und Noah, die den Vortrag „Jetzt retten wir Kinder die Welt!“ vorbereitet hatten. In ihrem Vortrag sprachen sie über CO2, den Treibhauseffekt, die Entstehung und Strukturen der Schülerinitiative Plant-for-the-Planet sowie über die Frage nach globaler Verteilungsgerechtigkeit. Die Kinder zeigten sich sehr interessiert und stellten viele neugierige Fragen. Sie wollten erfahren, wie beispielsweise das CO2 auf den Treibhauseffekt einwirken und ihn verstärken kann, durch welche Prozesse jenes Gas in die Atmosphäre gelangt und wie es in gesammelter Form zur Erderwärmung beitragen kann.

 

Nach dem Vortrag folgte sogleich ein interaktives Gruppenspiel, nämlich das Weltspiel. Im Rahmen dieser Kleingruppenarbeit diskutierten die Schülerinnen und Schüler aktiv über die Verteilung von Ressourcen auf der Welt, wobei sie sich zunächst die genaue Verteilung der Weltbevölkerung auf den jeweiligen Kontinenten der Welt erschlossen. Danach sprachen sie über die Verteilung von Wohlstand. Im nächsten Schritt ging es um die globale Verteilung von CO2-Emissionen. Zur Veranschaulichung verwendeten die Kinder Spielfiguren, Bonbons und Luftballons, die hierbei jeweils eins der Elemente – Bevölkerung, Wohlstand und CO2-Ausstoß – symbolisierten. Das Spiel wies die Kinder darauf hin, dass die Ressourcen auf der Welt keineswegs fair und gleichmäßig verteilt waren. Einige Staaten, insbesondere die Staaten auf der Nordhalbkugel der Erde, pusten besonders viel Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre. Andere Staaten, wie die afrikanischen Länder, sind kaum an dem weltweiten CO2-Ausstoß beteiligt. Nichtsdestotrotz sind alle Menschen auf der Welt von den Folgen der Erderwärmung gleichermaßen betroffen. Bei dem Weltspiel waren sich alle Kinder einig, dass die Verhältnisse auf der Welt gerechter organisiert werden müssten. Schließlich sind alle Menschen auf der Erde gleich und jeder soll die gleichen Rechte, Pflichten und Möglichkeiten haben.

Nach einer kurzen Pause mit Brezeln, verschiedenem Obst und Gemüse ging es weiter mit dem Rhetoriktraining. Ein guter Botschafter für Klimagerechtigkeit sollte sich nicht nur gut mit den Ursachen und Folgen der Klimakrise auskennen, sondern auch gut und vor allem selbstbewusst vor anderen Menschen sprechen können – egal, ob vor anderen Kinder oder vor vielen Erwachsenen. Um genau diese Fähigkeiten bei den Kindern zu trainieren bzw. auszubauen, studieren die Kinder kleine Teile des morgendlichen Vortrages ein und präsentierten sie im Anschluss den anderen Kindern in ihren Arbeitsgruppen. Gemeinsam werteten sie diese Kurzreferate aus und gaben Tipps und Verbesserungsvorschläge, was die Kinder beim nächsten Mal anders machen könnten.

Nach einem solch intensiven Vormittag waren die Kinder froh gemeinsam Mittag zu essen und Kräfte für den Nachmittag zu sammeln. Gut gestärkt ging es nämlich raus in den Wald, um endlich selbst aktiv zu werden und gemeinsam Bäume zu pflanzen. Voller Tatendrang gingen die Kinder gemeinsam zur Pflanzfläche, wo schon der Förster von der Baumschule Sailer sie erwartete. Mit Spaten gewappnet, machten sich die Kinder ans Werk und pflanzten eifrig viele kleine Setzlinge unterschiedlicher Baumsorten. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Oberschweinbach, Norbert Riepl, war bei der Pflanzaktion dabei. Er lobte die Pflanzaktion mit großer Begeisterung. Erschöpft, aber glücklich kehrten die Kinder schließlich von der Pflanzaktion zurück und wurden sogleich mit heißem Tee und leckerem Kuchen belohnt.

Im nächsten Programmpunkt, dem World Café, sammelten die Kinder Projektideen und machten sich Gedanken, wie ihr weiteres Engagement mit Plant-for-the-Planet in ihrer Region aussehen soll. Die Kinder befassten sich in dieser Phase zunächst mit den vier aufgeworfenen Fragen, nämlich „Wie motivieren wir die Erwachsenen?“, „Wie motivieren wir Freunde und Mitschüler?“, „Wie erreichen wir, dass Medien über uns berichten?“ und „Wie organisieren wir eine Pflanzparty?“. Die Kinder hatten zahlreiche kreative Ideen zusammengetragen, die nun ihre konkrete Ausgestaltung in den einzelnen Schulgruppen fanden. Zu diesem Zweck gingen die Kinder in ihre Schulgruppen zusammen und übertrugen die gesammelten Ideen auf eigene Projektideen. Die Leitfrage bei dieser Projektarbeit lautete: Was wollen wir machen? Wer übernimmt welche Aufgabe und bis wann wollen wir unsere Ziele erreicht haben? Die Ergebnisse hielten die Kinder auf Plakaten fest und präsentierten sie bei der Abschlussveranstaltung der Plant-for-the-Planet Akademie den zahlreich erschienenen Eltern und anderen Erwachsenen.

Die genannte Abendveranstaltung war schließlich die Krönung des langen Akademietages. Hier präsentierten die Kinder, was sie im Rahmen der Klimaakademie gelernt hatten. Die Kinder, die bei dem Rhetoriktraining besonders viel Spaß hatten, präsentierten den Kurzvortrag „Jetzt retten wir Kinder die Welt!“. Die Eltern applaudierten stürmisch für die herausragende Leistung der Kinder. In sehr kurzer Zeit hatten die Kinder den morgendlichen Vortrag über die Klimakrise und die Organisation Plant-for-the-Planet einstudiert und vor einem großen Publikum vorgetragen. Eine großartige Leistung! Nicht weniger Beifall gab es für die vorgestellten Schulprojekte. Die Gründung einer Umwelt-AG, eine Aktion beim Weihnachtsmarkt und eine große Pflanzparty zählten zu den angeregten Projekten der Schülerinnen und Schüler.

Nach all den großen Anstrengungen des Tages wartete schließlich eine Belohnung auf die Kinder. Zum Schluss wurden nämlich die Urkunden verteilt, die die Kinder feierlich zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit ernannten. Alle 25 Kinder erhielten neben der Urkunde auch eine gut gefüllte Botschaftertasche mit vielen interessanten Büchern für junge und erwachsene Leser.


Plant-for-the-Planet bedankt sich sehr herzlich bei allen Unterstützern für die gute Zusammenarbeit! Ein ganz besonderer Dank gilt der großartigen Unterstützung von Tanja Schmidt, der engagierten Initiatorin der Akademie und Lehrerin an der Montessorischule Schule; ferner unterstützten Sparda-Bank München e.V. und weitere lokale Akteure, darunter die Baumschule Sailer, der Bürgermeister Norbert Riepl sowie weiteren Privatpersonen.

Bilder von Thomas Ulbricht

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